Biographie

Pierre Gramegna wurde am 22. April 1958 in Esch an der Alzette geboren.

Studium und Ausbildung

Nach dem Besuch der Sekundarstufe in Esch an der Alzette (klassische Mathematiksektion) studierte Pierre Gramegna Jura und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Panthéon-Assas (Paris II), wo er 1981 einen Hochschulabschluss (Maîtrise) in Zivilrecht und 1982 eine Licence (akademischer Grad nach dreijährigem Studium) in Wirtschaftswissenschaften erhielt. Sein Postgraduiertenstudium schloss er mit einem DEA (Forschungsdiplom im Anschluss an die Maîtrise) in Europarecht ab. Er bekam außerdem einen Ehrendoktor-Titel von der Sacred Heart University of Luxembourg.

Regierungsämter

Im Anschluss an die Parlamentswahlen vom 14. Oktober 2018 wurde Pierre Gramegna als Minister der Finanzen in der Koalitionsregierung aus Demokratischer Partei (DP), Luxemburger Sozialistischer Arbeiterpartei (LSAP) und Grünen (déi gréng) wieder ernannt.

Nach den Parlamentswahlen vom 20. Oktober 2013 war Pierre Gramegna der Regierung erstmals am 4. Dezember 2013 beigetreten.

Als Minister der Finanzen initiierte Pierre Gramegna umfassende Reformen zum Haushaltsausgleich und zur Anpassung von Luxemburgs Steuervorschriften an internationale Transparenzstandards. Dank dieser Bemühungen wurde das AAA-Ranking Luxemburgs immer wieder von allen großen Ratingagenturen bestätigt und beim Global Forum on Transparency and Exchange of Information for Tax Purposes 2015 wurde Luxemburg auf "weitgehend konform" aufgewertet. Weiterhin gründete Pierre Gramegna 2014 den Luxemburger Staatsfonds zugunsten künftiger Generationen.

Pierre Gramegna ist auch ein Förderer der Diversifizierung von Luxemburgs Finanzplatz, insbesondere im Hinblick auf Fintech und nachhaltige Finanzwirtschaft. Er war Initiator und Vorsitzender der LHoFT-Stiftung, welche das Luxembourg House of Financial Technology betreibt. Außerdem förderte er die bilaterale Beziehungen zu China in der Finanzindustrie weiter, und seit seinem Amtsantritt entschieden sich vier weitere chinesische Banken für Luxemburg als ihr EU-Zentrum.

Als Vorsitzender der Ratsformation "Wirtschaft und Finanzen" der Europäischen Union während des Luxemburger Vorsitzes (zweite Hälfte 2015) trug Pierre Gramegna aktiv dazu bei, wegweisende Übereinkünfte bei der Einführung des automatischen Informationsaustausches zu Steuervorbescheiden mit EU-Mitgliedsstaaten sowie bei der Verbriefung zu erreichen.

Pierre Gramegna legt besonderen Wert auf Luxemburgs Rolle im multilateralen Entwicklungsbankwesen. 2014 wurde Luxemburg Mitglied der Afrikanischen Entwicklungsbank und 2015 war Luxemburg das erste nicht-asiatische Land, das von der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank (Asian Infrastructure Investment Bank, AIIB) als Mitglied aufgenommen wurde. Im Mai 2016 wurde Pierre Gramegna mit einem einjährigen Mandat zum Vorsitzenden des Gouverneursrates der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gewählt. Derzeit sitzt er im Rat der Gouverneure der Europäischen Investitionsbank und dem des Europäischen Stabilitätsmechanismus. Er ist Luxemburgs Gouverneur im Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank.

Berufliche Tätigkeiten

Der Karrierediplomat Pierre Gramegna wurde 1983 im Außenministerium eingestellt. 1988 wurde er Berater in politischen und Wirtschaftsfragen in der Botschaft des Großherzogtums Luxemburg in Paris. Dieses Amt übte er vier Jahre lang aus, bis er zum Generalkonsul und Direktor des Board of Economic Development in San Francisco ernannt wurde. 

Von 1996 bis 2002 war Pierre Gramegna Luxemburger Botschafter in Japan und Südkorea. Anschließend war er ein Jahr lang für die Direktion für internationale Wirtschaftsbeziehungen im Außenministerium zuständig.  

2003 nahm Pierre Gramegna das Amt des Generaldirektors der Handelskammer an, welches er bis zu seiner Ernennung als Minister im Dezember 2013 ausübte.

Bevor er der Regierung beitrat, war Pierre Gramegna Mitglied des Exekutivrats mehrerer Firmen, darunter Cargolux Airlines International SA (als Vorsitzender von 2004 bis 2008), die Luxemburger Börse (Luxembourg Stock Exchange), LuxExpo Luxembourg und BGL BNP Paribas Luxembourg SA. Er war ebenfalls Mitglied zahlreicher beratender Ausschüsse, darunter des beratenden Ausschusses zum Außenhandel (Comité consultatif du commerce extérieur), des Ausschusses für wirtschaftliche Entwicklung (Comité de développement économique) und des nationalen Ausschusses für die Förderung des Unternehmertums (Comité national pour la promotion de l’esprit d’entreprise).

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