Zum letzten Mal aktualisiert am
Luxemburg nimmt an der grenzüberschreitenden Übung "Cattenom 2026" teil
Am 4. und 5. Juni 2026 wird Luxemburg an einer groß angelegten nuklearsicherheits- und zivilen Katastrophenschutzübung teilnehmen, die von den französischen Behörden im Kernkraftwerk Cattenom sowie in der Präfektur Moselle organisiert wird.
Eine grenzüberschreitende Krisenmanagementübung
Diese Übung, welche alle fünf Jahre stattfindet, soll die Vorbereitung und Koordination der Akteure im Falle einer nuklearen Krise testen. Sie bindet zahlreiche Beteiligte in Frankreich sowie in den Nachbarländern ein, insbesondere Luxemburg und Deutschland (sowohl auf Bundesebene als auch in den Ländern Rheinland-Pfalz und Saarland), um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken.
Das fiktive Szenario, das bis zum Start der Übung geheim gehalten wird, simuliert eine Bedrohungslage infolge eines technischen Unfalls, der zu einer Freisetzung von Radioaktivität führen könnte. Dieser Ansatz gewährleistet realistische Reaktionen und eine Erprobung unter nahezu realen Bedingungen.
Für die Bevölkerung sind während der Übung keine besonderen Maßnahmen erforderlich.
Mobilisierung der luxemburgischen Strukturen
Im Rahmen der Übung wird Luxemburg seine nationalen Krisenmanagementstrukturen ab Beginn aktivieren:
- die Radiologische Bewertungszelle (CER), zuständig für die technische Analyse der Lage;
- die Krisenzelle (CC), die im Nationalen Krisenzentrum (HCPN) tagt und Entscheidungen koordiniert;
- die Kommunikations- und Informationszelle (CCI), verantwortlich für die Information der Öffentlichkeit und die Kohärenz der Botschaften;
- ein Verbindungsbeamter in Metz zur Erleichterung der Kommunikation mit den französischen Behörden.
Regelmäßige Austausche, insbesondere per Videokonferenz, gewährleisten eine enge Abstimmung mit den französischen Behörden und internationalen Partnern.
Test der Alarmierungs- und Kommunikationssysteme
Die Übung dient auch dazu, die Neugestaltung der grenzüberschreitenden Alarmierungskette zu testen.
Besonderes Augenmerk gilt der Krisenkommunikation – sowohl zwischen Behörden als auch gegenüber der Bevölkerung – um eine kohärente, schnelle und zuverlässige Information sicherzustellen.
Ziele für Luxemburg
Die luxemburgische Teilnahme verfolgt insbesondere folgende Ziele:
- Test des Empfangs und der Verarbeitung von Warnmeldungen;
- Bewertung der Umsetzung des staatlichen Krisenplans im Falle eines nuklearen Unfalls;
- Überprüfung der Funktionsweise der Krisenstrukturen, insbesondere CER, CCI und CC;
- Stärkung der grenzüberschreitenden Koordination und des Informationsaustauschs;
- Gewährleistung einer kohärenten Kommunikation mit den französischen Behörden.
Stärkung der Vorsorge gegenüber nuklearen Risiken
Die Teilnahme Luxemburgs an dieser Übung erfolgt im Rahmen der Umsetzung der Nationalen Resilienzstrategie (SNR), insbesondere durch die Initiative "Lëtz prepare!", die darauf abzielt, die Fähigkeit des Landes zu stärken, große Krisen vorherzusehen, zu bewältigen und zu überwinden.
Durch seine aktive Teilnahme bekräftigt Luxemburg sein Engagement für ein hohes Maß an Vorbereitung auf nukleare Risiken und für den wirksamen Schutz der Bevölkerung durch verstärkte internationale Zusammenarbeit.
Pressemitteilung des Hochkommissariats für nationale Sicherheit, der Abteilung Strahlenschutz der Gesundheitsdirektion, des Ministeriums für Gesundheit und soziale Sicherheit sowie des Ministeriums für innere Angelegenheiten