GovTech Lab Luxembourg

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Einleitung

Der luxemburgische Staat hat ein GovTech Lab ins Leben gerufen, das GovTech und offene Innovation kombiniert, um die Weiterentwicklung und Verbesserung digitaler öffentlicher Dienstleistungen voranzutreiben.

Das GovTech Lab ist aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Digitalisierung und seinem "technologischen Arm", dem Zentrum für Informationstechnologien des Staates (CTIE) hervorgegangen und hat sich zum Ziel gesetzt, auf staatlicher Ebene eine Kultur der Innovation und Veränderung zu fördern und zu unterstützen, um bestehende Verfahren und Arbeitsabläufe zu überdenken und Grundsätze wie Digital by default, Design Thinking oder Service by design in die Entwicklung neuer Lösungen zu integrieren.

Die Schlüsselwörter des Lab können so zusammengefasst werden: experiment, exchange, innovate.

Warum braucht Luxemburg ein GovTech Lab?

Eine der strategischen Schwerpunkte des Ministeriums betrifft das Ausbauen des eGovernment, und das GovTech Lab gehört zu den Aktionen, die das Ministerium für Digitalisierung in diesem Bereich umsetzt.

Was bedeutet GovTech?

Der Begriff GovTech ist noch recht rezent und bezeichnet die Anwendung oder Entwicklung technologischer Lösungen, die die digitale Transformation des öffentlichen Sektors voranbringen sollen, um die Qualität der Dienstleistungen für Bürger und Unternehmen zu verbessern und über bessere Tools zu verfügen für die Effizienz der Behörden zu erhalten.

Insbesondere steht GovTech für die Förderung und Entwicklung hin zu einer digitalen Regierung, die sich durch Nutzerfreundlichkeit, Sicherheit, Barrierefreiheit und Effizienz bei den Bürgerserviceleistungen auszeichnet.

Im wörtlichen Sinne bedeutet es "Technologien für die Regierung", ähnlich zusammengestellt wie FinTech (Finanztechnologie) oder MedTech (Gesundheitstechnologie). Dennoch umfasst GovTech eine breitere Palette von Aktionen, die den öffentlichen Sektor beweglicher und innovationsorientierter machen sollen, um öffentlichen Dienstleistungen in technologischer Hinsicht mehr Funktionalität zu verleihen.

GovTechs sind Wegbereiter für den Austausch zwischen Behörden und Bürgern oder Unternehmen und zwischen Behörden untereinander. Diese Elemente unterstreichen das große Potenzial von GovTech-Lösungen für die Wirtschaft, die digitale Transformation und die Attraktivität des Landes.

Was bedeutet offene Innovation?

Allgemein betrachtet entspricht offene Innovation allen Innovationsprozessen, die auf Austausch und Zusammenarbeit basieren. Die Idee ist, Wissen von außerhalb der gewohnten Umgebung zu nutzen, um ein isoliertes Arbeiten zu vermeiden.

Dieses externe Wissen bereichert die Innovationsaktivitäten und stellt einen großen Pluspunkt dar: Die Ideen stehen in engerer Beziehung zu den bestehenden Bedürfnissen und entsprechen den Erwartungen der Nutzer besser. Die Entwicklungslösungen fördern die Qualität der gesammelten Ideen und beschleunigen die technologische Entwicklung.

Offene Innovation soll bei öffentlichen Dienstleistungen bestehende externe Kenntnisse nutzen, also Ideen, Kompetenzen oder innovative Technologien aus Unternehmen, Start-Ups, von Selbstständigen/Freelancern, Studierenden oder auch Forschern integrieren, die die Innovation bei öffentlichen Dienstleistungen unterstützen und fördern wollen. Diese Methodik ist im privaten Sektor bereits weit verbreitet und findet nun in Luxemburg mit dem GovTech Lab Eingang in den öffentlichen Sektor.

Die Aufgaben des GovTech Lab

Um der Zielsetzung zu entsprechen, die das Ministerium für Digitalisierung und das CTIE verfolgen, hat das GovTech Lab drei Aufgaben.

Die Innovation auf staatlicher Ebene über "Calls for challenges" und "Calls for solutions" beschleunigen

Diese Aufgabe hat zwei Seiten: Einerseits soll über die "Calls for challenges" (Aufrufe zur Ermittlung von Herausforderungen) eine Innovationskultur bei den Behörden geschaffen werden. Über diese Aufrufe kann eine Behörde Probleme erfassen, die mithilfe innovativer (digitaler, technologischer oder konzeptueller) Lösungen verbessert oder gelöst werden können. Andererseits startet das Ministerium für Digitalisierung, nach Identifizierung einer Herausforderung durch eine oder mehrere Behördeneinen einen "Call for solutions" (einen Aufruf zur Einreichung von Lösungen) mit dem Ziel, mit externen Akteuren wie Start-Ups, Forschern, Selbstständigen, Unternehmen oder Studierenden, usw. zusammenzuarbeiten, um innovative Lösungen zu entwickeln.

Durch die Organisation von Fachveranstaltungen eine GovTech-Community schaffen

Das GovTech Lab ergänzt nun das bestehende Ökosystem mit all seinen Akteuren, die innovative Lösungen entwickeln und fördern. Es ist dazu bestimmt, die bevorzugte Austauschplattform für digitale Erfordernisse, neue Technologien und innovative Lösungen auf staatlicher Ebene zu werden. Hierzu werden interdisziplinäre oder fachspezifische Veranstaltungen sowohl auf staatsinterner Ebene als auch mit den externen Akteuren organisiert, um in Luxemburg eine GovTech-Community zu entwickeln.

Der Bezugs- und Treffpunkt für die Staatsbediensteten werden, die sich für GovTech interessieren

In Zukunft wird das GovTech Lab auch innovative Räumlichkeiten im neuen CTIE-Gebäude haben, der den Austausch erleichtern und die Kreativität zwischen den Behörden und/oder CTIE-Teams stimulieren soll, um zu experimentieren und Ideen zu testen.

"Calls for solutions"

Für seine "Calls for solutions" hat sich das Ministerium für Digitalisierung entschieden, weitestmöglich auf Innovationspartnerschaften zurückzugreifen, die es ermöglichen, beim öffentlichen Ausschreibungen weniger strenge Verfahren bei der Erweiterung der Beteiligung externer Akteure anzuwenden.

Im Schnitt will das GovTech Lab zwei Aufrufe pro Jahr starten. Je nach Komplexität der gesuchten Lösung dauert das Verfahren im GovTech Lab durchschnittlich 8 bis 14 Monate.

Die Innovationspartnerschaft bietet den Vorteil, in mehreren Schritten arbeiten zu können:

  1. Aufruf zur Einreichung von Lösungen
  2. Abgabe der Bewerbungsunterlagen
  3. Auswahl der von der Jury zurückbehaltenen Bewerbungen
  4. Phase der Prototypenentwicklung (Preise zwischen 5.000 EUR und 10.000 EUR mit maximal 5 Lösungsanbietern)
  5. Demo Day des Prototypen vor der Jury
  6. POC-Phase (Proof of concept - Preise zwischen 15.000 EUR und 25.000 EUR mit maximal 1 Lösungsanbieter)
  7. Vorstellung des POC
  8. Nach der POC-Phase kann die Lösung, sofern sie vom CTIE zurückbehalten wurde, gekauft werden.

Eine Jury bewertet die Unterlagen in den Schritten 3 und 5 des Verfahrens. Diese Jury setzt sich zusammen aus Mitgliedern des Ministeriums für Digitalisierung, des CTIE, der Behörde, die die Herausforderung vorgeschlagen hat, und externen Experten, die gemäß dem Thema des "Call for solutions" ausgewählt werden.

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