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Ausweitung der HPV-Nachholimpfung auf junge Erwachsene im Alter von 21 bis 26 Jahren
Im Rahmen der Europäischen Impfwoche, die vom 19. bis 25. April 2026 stattfindet, kündigt Luxemburg die Ausweitung seines Nachholimpfprogramms gegen das humane Papillomavirus (HPV) an. Diese Maßnahme ist Teil der kontinuierlichen Bemühungen zur Stärkung der Krebsprävention.
Auf Empfehlung des Obersten Rates für Infektionskrankheiten (CSMI), die im Februar 2026 abgegeben wurde, wird diese Ausweitung befristet auf drei Jahre umgesetzt. Sie ermöglicht jungen Frauen und Männern im Alter von 21 bis einschließlich 26 Jahren, die während ihrer Jugend nicht geimpft wurden, eine kostenlose HPV-Impfung. Bisher richtete sich die kostenlose Nachholimpfung ausschließlich an Personen im Alter von 15 bis einschließlich 20 Jahren. Mit dieser Erweiterung wird die Altersgrenze nun auf 26 Jahre angehoben.
Das empfohlene Impfschema umfasst zwei Impfstoffdosen im Abstand von sechs Monaten.
HPV und seine Risiken
Das humane Papillomavirus (HPV) ist die häufigste virale Infektion im Genitalbereich. Obwohl die meisten Infektionen von selbst abklingen, kann ein Teil davon zu Krebserkrankungen führen, insbesondere zu Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Krebs der äußeren Geschlechtsorgane oder Rachenkrebs. Die Impfung ist die wirksamste Maßnahme, um den Großteil dieser HPV-bedingten Krebserkrankungen zu verhindern.
Gezielte Nachholimpfung für eine weiterhin exponierte Altersgruppe
Daten aus einer 2024 in Luxemburg durchgeführten Erhebung zeigen, dass rund jede zweite Person im Alter von 20 Jahren nicht vollständig gegen HPV geimpft ist. Diese Impflücke ist besonders bei jungen Männern ausgeprägt, deren Impfquote in diesem Alter deutlich unter jener junger Frauen liegt. Zugleich bleibt das Risiko einer Exposition gegenüber HPV in dieser Altersgruppe hoch. Ziel dieser Nachholkampagne ist es daher, den Schutz einer Bevölkerungsgruppe zu stärken, die nicht innerhalb des empfohlenen Zeitraums geimpft wurde.
Empfehlungen und praktische Hinweise
Der CSMI weist darauf hin, dass die Impfung am wirksamsten ist, wenn sie im Alter zwischen 9 und 14 Jahren erfolgt, und dass es weiterhin notwendig ist, die Impfquote bei Kindern und Jugendlichen zu erhöhen. Die HPV-Impfung kann beim behandelnden Arzt durchgeführt werden. Für Frauen gilt zudem, dass die Impfung das Screening auf Gebärmutterhalskrebs nicht ersetzt: Ein zervikaler Abstrich wird ab dem Alter von 25 Jahren weiterhin alle drei Jahre empfohlen.
Nützliche Links
Infektionen mit humanen Papillomaviren: https://santesecu.public.lu/de/espace-citoyen/departement-sante/vaccination/maladies-vaccinables/universelle/infection-papillomavirus.html
Empfehlungen des CSMI: https://santesecu.public.lu/de/espace-professionnel/departement-sante/professions-sante/recommandations/conseil-maladies-infectieuses/human-papilloma.html
Pressemitteilung des Ministeriums für Gesundheit und soziale Sicherheit