Welttag der Patientensicherheit 2026 – chronische Erkrankungen: Sicherheit im Behandlungsverlauf von der Prävention bis zur Nachsorge

Das Leben mit einer chronischen Erkrankung bedeutet häufig, mehrere Gesundheitsfachkräfte zu konsultieren, unterschiedliche Behandlungen zu erhalten und sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Verzögerte Diagnosen, unzureichend weitergegebene Informationen oder Unterbrechungen der Nachsorge können sich in jeder Phase auf die Gesundheit der Betroffenen auswirken.

Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit am 17. September beteiligt sich die Gesundheitsbehörde an der Kampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Unter dem Motto "Sichere Versorgung bei nichtübertragbaren Krankheiten" unterstreicht die Ausgabe 2026, wie wichtig es ist, die Sicherheit in jeder Phase des Behandlungsverlaufs zu gewährleisten: Prävention, Früherkennung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge.

Sichere Versorgung ist eine angemessene Versorgung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und auf die individuelle Situation abgestimmt ist. Klare Informationen, die Einbeziehung der Betroffenen und eine gute Koordination zwischen den Gesundheitsfachkräften sind dabei ebenfalls entscheidend.

Erkrankungen, die eine langfristige Begleitung erfordern

Nichtübertragbare Krankheiten, auch chronische Erkrankungen genannt, sind lang andauernde Erkrankungen, die nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Sie entstehen durch ein Zusammenspiel genetischer, physiologischer, umweltbedingter, sozioökonomischer und verhaltensbezogener Faktoren.

Zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Luxemburg zählen insbesondere Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, Depressionen, Demenz, Adipositas und Diabetes. Ihre Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Angesichts der alternden Bevölkerung stellt dies eine bedeutende Herausforderung dar.

Prävention zur Verringerung des Erkrankungsrisikos

Ein sicherer Behandlungsverlauf beginnt bereits vor dem Auftreten einer Erkrankung. Prävention zielt darauf ab, das Risiko für chronische Erkrankungen zu senken oder deren Auftreten zu verzögern, indem an den wichtigsten Risikofaktoren angesetzt wird.

In Luxemburg gibt es verschiedene öffentliche Präventionsmaßnahmen, insbesondere in den Bereichen Tabakprävention und Verringerung des Alkoholkonsums sowie zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität. Diese Maßnahmen beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden durch verlässliche Informationen begleitet. Sie ermöglichen es allen, gesundheitsfördernde Entscheidungen zu treffen, und tragen dazu bei, das Erkrankungsrisiko zu senken.

Früherkennung für rasches Handeln

Durch Früherkennung sollen Erkrankungen in einem frühen Stadium, mögliche Anzeichen einer Erkrankung oder ein erhöhtes Erkrankungsrisiko erkannt werden.

Die nationalen organisierten Früherkennungsprogramme für Brust- und Darmkrebs ermöglichen es, mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Betroffene können dadurch rasch zu weiterführenden Untersuchungen und, falls erforderlich, zu einer geeigneten Versorgung überwiesen werden.

Darüber hinaus wird für alle Kinder im Alter von 18 Monaten eine kostenlose landesweite Früherkennung auf familiäre Hypercholesterinämie angeboten. Ziel ist es, diese Erbkrankheit frühzeitig zu erkennen und kardiovaskulären Komplikationen vorzubeugen.

Wenn die Früherkennung nach festgelegten Kriterien und Qualitätsverfahren erfolgt, trägt sie zur Patientensicherheit bei. Auffällige Ergebnisse werden nachverfolgt und Betroffene rasch an die zuständigen Gesundheitsfachkräfte überwiesen.

Bessere Koordination der Versorgung

In Luxemburg sollen die Kompetenznetzwerke die Koordination und Kontinuität der Versorgung bei chronischen Erkrankungen oder komplexen gesundheitlichen Bedürfnissen stärken. Sie bringen Ärztinnen und Ärzte, Gesundheitsfachkräfte und Gesundheitseinrichtungen zusammen. Je nach Bedarf werden weitere Strukturen und Akteure einbezogen. Ziel ist es, Betroffene leichter an die geeigneten Stellen zu vermitteln und während des gesamten Behandlungsverlaufs eine abgestimmte Versorgung sicherzustellen. Eine bessere Koordination trägt dazu bei, Informationsverluste, Unterbrechungen der Nachsorge und Risiken durch eine fragmentierte Versorgung zu verringern.

Diese Netzwerke decken beispielsweise neurodegenerative Erkrankungen über ParkinsonNet, chronische Schmerzen, die Immunrheumatologie bei Erwachsenen und Kindern (RiR) sowie Diabetes und Adipositas bei Kindern (OBEDIA-Kids) und Erwachsenen ab.

Pressemitteilung des Ministeriums für Gesundheit und soziale Sicherheit 

Datum des Ereignisses

17.09.2026