"Eine Atemwegsinfektion ist alles andere als im Trend"

Unter dem bereits bekannten Motto "Eine Atemwegsinfektion ist alles andere als im Trend" startet das Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit die dritte Auflage seiner Sensibilisierungskampagne zur Prävention von Atemwegsinfektionen Mit Beginn der kalten Jahreszeit und der zunehmenden Verbreitung saisonaler Atemwegsviren soll die Bevölkerung für die Risiken von Grippe, COVID-19, Bronchiolitis durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), Keuchhusten und Pneumokokken-Pneumonien sensibilisiert werden. Die Kampagne informiert zudem über die verschiedenen Möglichkeiten der Vorbeugung, da diese Infektionen insbesondere bei besonders gefährdeten Personen zu schweren Komplikationen führen können.

Kampagne 2026: Impfung im Mittelpunkt und neuer Grippeimpfstoff als Nasenspray für Kinder

Auch wenn die allgemeinen Schutzmaßnahmen weiterhin wichtig sind, bleibt die Impfung das wirksamste Mittel, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und Angehörige sowie andere Menschen zu schützen. Neu in diesem Jahr ist, dass Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren den Grippeimpfstoff kostenlos als Nasenspray erhalten können, und zwar direkt bei einem Termin bei ihrem Haus- oder Kinderarzt.

Grippeimpfung: Kinder und Gesundheitspersonal schützen

Eine Grippe verläuft bei Kindern meist mild, ist jedoch nicht immer harmlos. Erkrankte Kinder müssen häufig mehrere Tage zu Hause bleiben und können weder die Schule oder Kindertagesstätte besuchen noch ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen. Die Grippeimpfung für Kinder ist daher eine einfache Möglichkeit, solche Krankheitsphasen und ihre Auswirkungen auf den Schulbesuch und das Familienleben zu reduzieren.

Da bei dieser Impfung keine Spritze erforderlich ist, wird der Impfstoff in Form eines Nasensprays von Kindern und ihren Eltern besser akzeptiert als eine Injektion, wie mehrere Studien zeigen. Neben dem individuellen Schutz trägt die Impfung auch dazu bei, die Übertragung des Virus innerhalb der Familie und im persönlichen Umfeld, insbesondere auf besonders gefährdete Personen, einzudämmen. Wer sein Kind schützt, schützt somit auch andere.

Zur Erinnerung: Die Impfung mit dem herkömmlichen Grippeimpfstoff in Form einer Injektion bleibt weiterhin möglich, wenn das Kind und/oder die Eltern dies bevorzugen, wenn eine Kontraindikation gegen den intranasalen Impfstoff vorliegt oder wenn die Vorräte dieses Impfstoffs erschöpft sind. In diesen Fällen ist der injizierbare Impfstoff wie bereits in der Wintersaison 2025-2026 mit einem ärztlichen Rezept kostenlos in der Apotheke erhältlich. Auch Gesundheitsfachkräfte und anderes Personal im Gesundheitswesen, die regelmäßig Kontakt zu Patientinnen und Patienten haben, spielen eine entscheidende Rolle. Sich impfen zu lassen, dient nicht nur dem eigenen Schutz, sondern ist auch ein Ausdruck der Verantwortung gegenüber den Menschen, die sie täglich betreuen. Denn bei besonders gefährdeten Personen kann eine Grippeinfektion schwere Komplikationen verursachen, einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen oder sogar lebensbedrohlich verlaufen. Darüber hinaus trägt eine hohe Impfquote dazu bei, die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung einzudämmen und damit das Gesundheitssystem zu entlasten, insbesondere die Arztpraxen und Notaufnahmen. Wie die Ministerin betont: "Wer sich selbst schützt, schützt auch andere."

RSV: Auch für ältere Menschen ein Risiko

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) wird häufig mit Bronchiolitis bei Säuglingen in Verbindung gebracht. Es kann jedoch auch bei älteren Menschen schwere Infektionen verursachen, die mit einer Schädigung der Lunge, der Verschlechterung einer bereits bestehenden Herz- oder Lungenerkrankung oder sogar einer akuten Atemnot einhergehen können. Diese Komplikationen können einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen oder schlimmstenfalls zum Tod führen. Für ältere Menschen mit einem besonders hohen Komplikationsrisiko steht ein Impfstoff gegen RSV zur Verfügung. Die Kosten werden für Personen ab 75 Jahren übernommen, insbesondere für Menschen, die in einer Pflegeeinrichtung leben, sowie für Personen ab 65 Jahren mit einer Begleiterkrankung, die das Risiko eines schweren Verlaufs einer RSV-Infektion erhöht. Betroffenen wird empfohlen, sich bei ihrem behandelnden Arzt über die Impfmöglichkeit zu informieren.

Bewährte Schutzmaßnahmen beibehalten

  • Neben der Impfung kann jeder mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, die Ausbreitung von Atemwegsinfektionen einzudämmen: Sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife waschen.
  • Räume täglich lüften, auch bei kaltem Wetter.
  • Bei Krankheitssymptomen engen Kontakt zu besonders gefährdeten Personen vermeiden.
  • Bei Husten, Fieber oder beim Besuch von Gesundheitseinrichtungen eine Maske tragen.
  • In die Armbeuge statt in die Hand husten oder niesen, um zu verhindern, dass Krankheitserreger über die Hände weiterverbreitet werden.

Wiederaufnahme der Veröffentlichung der Wochenberichte

Die Gesundheitsbehörde hat im Oktober die Veröffentlichung ihrer wöchentlichen Berichte über die Entwicklung der Atemwegsinfektionen während der Wintermonate wieder aufgenommen. Die Berichte erscheinen jede Woche und können auf der Website santesecu.lu eingesehen werden.

Pressemitteilung des Ministeriums für Gesundheit und soziale Sicherheit

Datum des Ereignisses

12.10.2026