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Das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Weinbau warnt vor einer unnötigen Verunsicherung in der Bevölkerung.

Luxemburg legt großen Wert auf den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie auf eine wissenschaftlich fundierte Risikobewertung im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln. In Bezug auf den jüngst veröffentlichten Bericht von PAN Europe und dem Mouvement écologique zu Pflanzenschutzmittelrückstände in Äpfeln möchten wir Folgendes klarstellen:

Grenzwerte werden eingehalten

Für Pflanzenschutzmittelrückstände auf frischem Obst gelten in der Europäischen Union spezifische gesetzliche Regeln. Diese basieren auf umfassenden wissenschaftlichen Bewertungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und berücksichtigen Ernährungsgewohnheiten von sowohl Erwachsenen als auch Kindern.

Die offiziellen Kontroll- und Analyseergebnisse der Luxemburger Veterinär- und Lebensmittel Verwaltung (ALVA) bestätigen, dass Äpfel aus Luxemburg den geltenden gesetzlichen Anforderungen entsprechen und sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen ohne gesundheitliches Risiko verzehrt werden können.

EFSA berücksichtigt aktuell schon Mehrfachbelastungen

In Europa führt die EFSA seit Jahren kumulative, Risikobewertungen durch, die gemeinsame Wirkmechanismen und additive Effekte einbeziehen, und als Referenz für alle europäischen Lebensmittelbehörden gelten.

Kein Risiko für Verbraucher

Darüber hinaus werden Rückstandshöchstgehalte (MRLs) im Bericht als gesundheitliche Grenzwerte dargestellt. MRLs sind jedoch keine toxikologischen Schwellenwerte, sondern orientieren sich an der guten landwirtschaftlichen Praxis. Für die gesundheitliche Bewertung relevant sind ausschließlich ADI (acceptable daily intake - zulässige Tagesdosis) und ARfD (acute reference dose - akute Referenzdosis). Das Vorkommen von Rückständen allein bedeutet daher nicht automatisch ein Risiko für den Verbraucher.

ALVA-Kontrollen 2009-2025: Kein luxemburger Apfel mit nicht-konformen Pflanzenschutzmittelrückstände

Die Luxemburger Veterinär- und Lebensmittelverwaltung (ALVA) analysierte über die letzten 16 Jahre (2009-2025) 182 Apfelproben - darunter 97 aus luxemburgischer Produktion - auf Pflanzenschutzmittelrückstände. Von 182 Proben war ein Apfel (nicht aus Luxemburg) nicht konform wegen einer zu hohen Belastung mit Triadimenol. In 16 Jahren wies kein Apfel aus luxemburgischer Produktion nicht-konforme Pflanzenschutzmittelrückstände auf.

Luxemburg mit klaren Maßnahmen für nachhaltigen Pflanzenschutz

Luxemburg setzt zahlreiche nationale Maßnahmen zur Risikominimierung um. Dazu zählen:

  • Umfassende Kontrollprogramme der ALVA
  • Konsequente Reduktion besonders problematischer Wirkstoffe
  • Förderung des integrierten Pflanzenschutzes
  • Beihilfeprogramme für reduzierten Pflanzenschutzmitteleinsatz

Im Obstbau wurden im Jahr 2024 insgesamt 89 von 198 Hektar Flächen ohne den Einsatz von Fungiziden und Insektiziden bewirtschaftet – das entspricht nahezu der Hälfte der gesamten Obstbaufläche.

Außerdem wurde seit 2016 der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der luxemburgischen Landwirtschaft insgesamt um mehr als 50% reduziert.

Keine unbegründete Verunsicherung der Bevölkerung

Luxemburg arbeitet kontinuierlich, transparent und wissenschaftsbasiert daran, Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher zu minimieren.

Die Luxemburger Veterinär- und Lebensmittelverwaltung führt seit Jahren offizielle und transparente Lebensmittelkontrollen durch, um die Bevölkerung u.a. über Risiken durch Mehrfachbelastungen mit Pfanzenschutzmitteln auf Lebensmitteln zu informieren. Diese Resultate werden dem interessierten Publikum auf dem Portal für Lebensmittelsicherheit zur Verfügung gestellt.

Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Weinbau