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"Ich bin inzwischen zu 110 Prozent Kulturminister"
Interview mit Eric Thill im Lëtzebuerger Journal
Interview: Lëtzebuerger Journal (Pascal Steinwachs, Mike Zenari)
Lëtzebuerger Journal: Als Sie im November 2023 Kulturminister wurden, waren Sie für viele in der Kulturszene zunächst eine Überraschung. Sie kamen aus der Kommunalpolitik, hatten Management und European Governance studiert und waren nicht gerade als ausgewiesener Kulturmensch bekannt.
Eric Thill: Es waren damals sicherlich einige Leute überrascht, dass ein junger, ehemaliger Bürgermeister Minister wird. Ich habe das allerdings nie als negativ, sondern eher als positiv angesehen. Wenn man neu in eine Szene, in diesem Fall den Kultursektor kommt, dann hört und schaut man sich erst mal vieles an. Dadurch hat man späterhin vielleicht eine etwas objektivere Herangehensweise an die verschiedenen Dossiers als jemand, der bereits seit Jahrzehnten in einer Branche oder in einem Sektor aktiv ist.
Lëtzebuerger Journal: Das kann man durchaus so sehen...
Eric Thill: Man braucht sechs Monate, um wirklich anzukommen. Um all die Kulturinstitute kennenzulernen. Um sich wirklich in die Themen einzuarbeiten. Inzwischen bin ich zu 110 Prozent Kulturminister. Es macht mir immens Spaß und es ist eine große Ehre, Kulturminister zu sein. Vor allem aber, und das ist die größte Freude und das Spannendste an der Sache, ist es ein Sektor, der unglaublich vielfältig ist. Wir haben abstrakte Kunst, Fotografie, das Kulturerbe, Archäologie, Tanz, Musik, die luxemburgische Sprache und vieles mehr. Es ist diese Vielfalt, bei der man jeden Tag Neues sieht und Neues erlebt. Man lernt jeden Tag dazu.
Lëtzebuerger Journal: Was wissen Sie denn heute über den Luxemburger Kulturbetrieb, das Sie im November 2023 noch nicht wussten?
Eric Thill: Dass der Kultursektor mit all seinen verschiedenen Bereichen unglaublich vielfältig und gleichzeitig sehr komplex ist. Deshalb ist es auch umso wichtiger, dass man vor Ort ist, dass man mit den Menschen spricht, dass man interessiert ist und wirklich versteht, wo der Schuh drückt.
Lëtzebuerger Journal: Man trifft Sie ja tatsächlich praktisch überall...
Eric Thill: Das finde ich auch richtig, und das habe ich früher auch als Bürgermeister so gemacht. Man muss wissen, was die Menschen beschäftigt, was ihnen fehlt und was ihnen Sorgen macht. Man muss spüren, wo man helfen kann, denn Politik bedeutet für mich, zu helfen und den Alltag der Menschen besser zu machen. Das gilt auch für die Kultur. Wenn wir über die Komplexität und die Vielfalt der Kultur sprechen, dann muss man sich für alles interessieren. Für mich hat das als Minister auch mit Wertschätzung und Respekt zu tun. Dass man vor Ort ist und sich auch die Zeit nimmt. Dann versteht man, wo die Probleme liegen, und dann trifft man, nach Beratung mit seinen Beamten und Experten, eine Entscheidung. Das ist nicht immer einfach. Zudem sollte man den Menschen erklären, warum man bestimmte Entscheidungen trifft.
Lëtzebuerger Journal: Ihr großes Thema ist ja der Zugang zur Kultur. Im April haben Sie dazu einen Aktionsplan mit 99 konkreten Maßnahmen bis 2030 vorgestellt. Was davon werden Bürger*innen denn tatsächlich in ihrem Alltag spüren?
Eric Thill: Genau das ist die Herausforderung. Ich sage ganz offen, dass jeder Minister ein bisschen seine eigenen Prioritäten hat, auch in der Kultur. In den vergangenen Jahren wurde sehr viel für die Künstler gemacht, Stichwort Künstlerstatus und Kultururlaub, was immens wichtig ist. In den kommenden Jahren werden wir hier kleinere Anpassungen vornehmen und schauen, was wir noch besser machen können. Die nächste Herausforderung besteht jetzt darin, dass wir die Kultur so gut wie möglich für jeden zugänglich machen. Kultur soll für alle da sein. Deshalb wollen wir jetzt den Aktionsplan "Accès à la culture"umsetzen.
Lëtzebuerger Journal: Das klingt ambitioniert.
Eric Thill: Es geht darum, bereits in der Schule anzufangen, daran arbeiten wir konkret mit dem Bildungsminister. Wir arbeiten ebenfalls an der Kommunikation. Auf culture.lu kann man von A bis Z alles zur Kultur auf einer Webseite finden. Auch wird der gesamte Bereich der kulturellen Vermittlung überarbeitet und werden neue Partner mit ins Boot geholt, zum Beispiel die Gemeinden. Als ehemaliger Bürgermeister finde ich das wichtig. Viele Menschen, und ich komme ja aus Schieren, kommen zum ersten Mal in ihrer Gemeinde mit Kultur in Kontakt, sei es in der Schule, in der Bibliothek, im Theaterverein oder im Musikverein. Deshalb werden die Gemeinden stärker unterstützt. Wir haben die Aufgabe und die Verantwortung, Politik zu machen, die möglichst jeden anspricht. Das ist die Ambition. Dazu muss man sagen, dass es natürlich jedem selbst überlassen bleibt, ob er dieses Angebot nutzt oder nicht.
Lëtzebuerger Journal: Das versteht sich von selbst...
Eric Thill: Wenn wir ein größeres Publikum ansprechen, profitiert davon auch der Künstler. Er bekommt eine andere Sichtbarkeit und ein neues Publikum. Der Künstler bleibt immer das Herzstück.
Lëtzebuerger Journal: Und woran sollen wir Sie am Ende dieser Legislaturperiode messen? Nennen Sie bitte drei konkrete Dinge, bei denen Sie sagen: Wenn die nicht erreicht sind, habe ich meinen Job nicht gut gemacht.
Eric Thill: Erstens muss der Koalitionsvertrag umgesetzt werden. Zweitens müssen wir sehen, ob der Aktionsplan "Accès à la culture" auch wirklich bei den Leuten ankommt, wobei die 99 Maßnahmen aber natürlich nicht alle innerhalb dieser Legislatur abgearbeitet werden können. Sie sollen aber so verankert werden, dass auch die Person, die nach mir kommt, daran anknüpfen kann, wobei ich natürlich hoffe, dass ich das vielleicht auch nach Oktober 2028 noch einmal bin.
Lëtzebuerger Journal: Und drittens?
Eric Thill: Und drittens ist man politisch dafür verantwortlich, den Menschen und dem Sektor, den Instituten, den öffentlichen Einrichtungen, den Akteuren, den ASBLs, den Ehrenamtlichen und den Künstlern einen gesetzlichen Rahmen zu geben, um sich bestmöglich auf das Kreative konzentrieren zu können. Das gilt auch für die finanzielle Sicherheit.
Lëtzebuerger Journal: Ist denn genug Geld für die Kultur da?
Eric Thill: Ich sage als Kulturminister ganz deutlich, dass wir den Kultursektor in den vergangenen zweieinhalb Jahren als Regierung gestärkt haben. Wir haben ein Budget, mit dem so viel Geld wie noch nie für die Kultur zur Verfügung gestellt wird. Das ist wichtig und das ist gut. Wenn die Politik anfängt, bei der Kultur zu sparen, dann ist man sehr, sehr arm dran. Ich bin froh und stolz, Teil einer Regierung zu sein, bei der das nicht der Fall ist.
Lëtzebuerger Journal: Kommen wir zum CNA. Über Monate gab es dort Vorwürfe über Führungsprobleme, ein schlechtes Arbeitsklima, den Umgang mit wertvollen Sammlungen und technische Probleme. Im Februar mussten Sie sich bereits vor der Kulturkommission erklären. Im April trat CNA-Direktor Gilles Zeimet zurück. Was ist beim CNA schiefgelaufen?
Eric Thill: Der CNA ist eine sehr wichtige Institution, wo ein Teil unseres Kulturerbes aufgearbeitet wird, Radio, Audiovisuelles, Kino und natürlich auch Fotografie. Wir haben dort ein wirklich engagiertes Team. Gleichzeitig haben wir aber ein Kulturinstitut, das in den vergangenen Jahren vielleicht nicht so aufgestellt war, wie es das hätte sein müssen, und wo es strukturelle Probleme gab. Vor drei Jahren wurde ein Modernisierungsprozess aufgenommen, bei dem es unter anderem darum ging, wer wofür verantwortlich ist, auch in der internen und der externen Kommunikation. Auch war das Haus unterfinanziert und infrastrukturell in einem desolaten Zustand. An all diesen Punkten wird seit dem Sommer 2023 gearbeitet. Wenn dann Vorwürfe von Leuten kommen, die sich ungerecht behandelt gefühlt haben, nimmt man das politisch sehr ernst.
Lëtzebuerger Journal: Es gab ja auch die Kritik, dass Sie zu lange am damaligen Direktor festgehalten haben.
Eric Thill: Als Minister kann man immer darüber diskutieren, ob man zu lange an jemandem festhält. Ich bin jedoch ein Mensch, für den Vertrauen und Loyalität wichtig sind. Man muss sich auf seine Leute, auf seine Direktoren und auf seine stellvertretenden Direktoren verlassen können. Da ich als Minister nicht selbst im Tagesgeschäft bin, ist es sehr schwierig, wirklich in alles hineinzusehen. Wir haben als Ministerium aber eine Kontrollfunktion, und die nehmen wir sehr ernst. Ich will jetzt Stabilität. Wir müssen nach vorne schauen und den CNA auf die Zukunft vorbereiten. Ich bin guter Dinge, dass die Reformen, die angestoßen wurden, weitergeführt werden. Jetzt geht es darum, eine Person zu finden, die diese Reformen auch umsetzt.
Lëtzebuerger Journal: Noch heikler ist die Frage nach der Family of Man. Sie haben dem Parlament erklärt, die kritischen Klimawerte seien nicht dauerhaft überschritten worden. Später stellte sich anhand von Dokumenten heraus, dass diese Darstellung zumindest so nicht haltbar war. Wurden Sie falsch informiert oder haben Sie nicht ausreichend kontrolliert?
Eric Thill: Die Family of Man ist Weltkulturerbe und unglaublich wichtig, auch für den Tourismusstandort. Als Ministerium und als Regierung haben wir die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass alles funktioniert. Man muss aber bei der Wahrheit bleiben. Die Family of Man befindet sich in einem Schloss, das Jahrhunderte alt ist. Das bringt andere Herausforderungen mit sich, wenn es darum geht, die notwendigen klimatischen Bedingungen herzustellen. In einem Mudam hat man zum Beispiel ganz andere Voraussetzungen. Wir sind jetzt dabei, diese Einschränkungen und Herausforderungen bestmöglich zu bearbeiten, damit wir dort so gute klimatische Bedingungen wie möglich garantieren können. Es ist und bleibt jedoch ein Schloss, in dem es immer wieder zu Schwankungen kommen kann.
Lëtzebuerger Journal: Unter Beschuss gerieten Sie im vergangenen Jahr auch im Zusammenhang mit Missmanagement- und Mobbing Vorwürfen gegen die Mudam-Direktorin...
Eric Thill: Im Mudam ist es ähnlich wie beim CNA: Wer ist wofür verantwortlich? Wo beginnt die Verantwortung des einen und wo endet sie? Was ist unsere Vision? Woran arbeiten wir? Wie sieht die interne und die externe Kommunikation aus? Wir haben das Mudam jetzt mit einem Verwaltungsrat, in dem sehr kompetente Leute sitzen, besser aufgestellt und ihm eine neue Governance gegeben, die wir strukturell so gestärkt, dass Bettina Steinbrügge sich als Direktorin auf das Kreative konzentrieren kann, während der Verwaltungsrat die Verantwortung für alles übernimmt, was drumherum geschieht. Ich würde behaupten, dass das Mudam heute so gut aufgestellt ist wie noch nie. Jeder weiß, was er zu tun hat. Bettina Steinbrügge ist für mich aktuell die richtige Person.
Lëtzebuerger Journal: Was haben Sie aus diesen Affären über politische Führung gelernt?
Eric Thill: Dass es immens wichtig ist, gutes Führungspersonal zu haben. Vor allem aber muss man als Minister und auch als Direktor einer großen Verwaltung über menschliche Kompetenzen verfügen, um ein Team führen und leiten zu können. Man muss wissen, was die Stärken und Schwächen eines Menschen sind. Und dann ist es immer wichtig, vernünftig zu kommunizieren. So zu kommunizieren, dass möglichst viele Menschen es verstehen.
Lëtzebuerger Journal: Sie sind ja nicht nur Kulturminister, sondern auch noch beigeordneter Tourismusminister. Der Tourismus ist inzwischen ebenfalls ein großes Aufgabenfeld. Wie viel Ihrer Arbeitszeit geht denn tatsächlich in den Tourismus?
Eric Thill: Das hängt davon ab. Ich kann nicht sagen, dass das eine wichtiger ist als das andere. Aber es ist kein Geheimnis, dass wir im Tourismus einen Minister und einen beigeordneten Minister haben.
Lëtzebuerger Journal: Wer ist doch gleich noch mal der Minister?
Das ist Lex Delles, der ebenfalls hier im Haus sitzt, im zwölften Stock. Ich sitze als beigeordneter Minister im fünften Stock.
Lëtzebuerger Journal: Je höher das Stockwerk, desto wichtiger der Minister?
Eric Thill: (lacht) Ich unterstütze Wirtschaftsminister Lex Delles, weil er noch andere Ressorts hat, vor allem aber, weil wir uns vorgenommen haben, Kultur und Tourismus enger miteinander zu verbinden.
Lëtzebuerger Journal: Um Synergien zu schaffen?
Eric Thill: Genau, um Kultur und Tourismus enger zu verbinden. Ich bin der Meinung, dass wir kulturell sehr viel zu bieten haben. Mit unserer Kulturszene, unseren Kulturhäusern und unseren Künstlern auf der einen Seite, aber natürlich auch mit dem gesamten Bereich des Kulturerbes. Wir haben Burgen und Schlösser, wir haben die Natur, die man Besuchern zeigen kann.
Das wollen wir stärker ins Schaufenster stellen. Ich sage immer, dass Luxemburg bei weitem mehr zu bieten hat als nur seinen Finanzplatz. Zeitlich gesehen bin ich vielleicht etwas mehr in der Kultur tätig, weil wir die Aufgaben im Tourismus entsprechend aufteilen.
Lëtzebuerger Journal: Beim Projekt Stones in Vibration wird Kultur beispielsweise bewusst mit Tourismus, Musik, Gastronomie und regionalem Handwerk verbunden. Wo endet für Sie die sinnvolle kulturelle Vermittlung und wo beginnt die Kommerzialisierung von Kultur?
Eric Thill: Noch einmal: Es geht darum zu zeigen, dass wir touristisch und kulturell sehr viel zu bieten haben. Deshalb wollen wir auch das dezentrale Kulturangebot in den Regionen stärken. Wir sind dabei, eine umfassende Strategie für den Kulturtourismus auszuarbeiten.
Lëtzebuerger Journal: Beim Stones in Vibration war auch DJ Nosi dabei, der ja auch im Ausland, zum Beispiel beim Tomorrowland, auftritt. Wie wichtig sind solche international erfolgreichen Künstler*innen für Luxemburg?
Eric Thill: Sehr wichtig. Kultur wird ja auch nach außen getragen. Das ist eine gute Visitenkarte. Deshalb wurde 2022 ja auch Kultur / lx gegründet, als Promotionsagentur für unsere luxemburgische Kultur und unsere Künstler. Um ihnen zu helfen, auch im Ausland Fuß zu fassen. Wenn man einen gewissen Bekanntheitsgrad aufbauen will, muss man ins Ausland gehen. DJ Nosi ist ein Beispiel aus der elektronischen Musik. Wenn man auf den größten Festivals auftritt, um nur Tomorrowland zu nennen, dann macht man nicht alles falsch.
Lëtzebuerger Journal: Uns kam zu Ohren, dass Stones in Vibration 250.000 Euro gekostet haben soll, mehr als alle anderen Festivals in diesem Jahr zusammen an Unterstützung erhalten haben, nämlich 214.500 Euro. Stimmt das?
Eric Thill: Da müsste ich nachsehen, wie hoch der Betrag tatsächlich war. Ich kann aber sagen, dass, seitdem ich Minister bin, alle Festivals so viel Geld bekommen haben wie noch nie. Es gibt Festivals, die deutlich mehr bekommen haben. Bei einigen wurde die Unterstützung gar verdoppelt oder verdreifacht, aber man sollte das eine Festival nicht gegen das andere ausspielen. Stones in Vibration wurde ausschließlich von luxemburgischen Unternehmen organisiert. Wenn der Staat diese Verantwortung übernimmt und die finanziellen Mittel dafür hat, dann kann man so etwas in einem Rahmen ausprobieren, den es in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat. Es gab nämlich noch kein Festival, bei dem auch die regionalen Produkte der Müllerthaler Produzenten so stark im Vordergrund standen, bei dem die Vereine und das Ehrenamt eine solche Rolle spielten, bei dem die Gemeinde so stark involviert war und bei dem der touristische Aspekt so stark im Vordergrund stand.
Jetzt müssen wir schauen, ob und wie man das in den kommenden Jahren weiterführen kann.
Lëtzebuerger Journal: Nun denn... Seit April 2025 sind Sie auch noch Generalsekretär der DP. Sie sind also Kulturminister, beigeordneter Tourismusminister und Generalsekretär einer Regierungspartei. Ist das nicht schlicht zu viel?
Eric Thill: Es ist sportlich, das sage ich ganz ehrlich, aber es macht auch Spaß. Ich habe den Vorteil, dass ich wenig Schlaf brauche, das hilft. Es ist eine Ehre, das machen zu dürfen und dann weiß man, dass man nicht erst um halb zehn morgens im Büro ist und um halb fünf schon wieder nach Hause geht. Man sieht seine Freunde leider vielleicht nicht mehr so oft, und die Zeit mit der Freundin und mit der Familie muss man sich anders einteilen. Bei mir ist es meine Lebenspartnerin, die das mitmacht, die das unterstützt und die Verständnis dafür hat. Vor allem aber braucht man auch ein gutes Team: im Ministerium, in der Kultur und in der Partei.
Lëtzebuerger Journal: Wenn morgens gleichzeitig ein Kulturproblem, ein Tourismusdossier und eine Parteibaustelle auf Ihrem Tisch liegen, was hat dann Priorität?
Eric Thill: Ich stelle das eine nicht über das andere. Das Ganze ist vor allem eine Frage der Organisation und des Zeitmanagements.
Lëtzebuerger Journal: Ganz profan: Sie sind ja immer perfekt angezogen und frisiert. Damit sind Sie ganz klar der eitelste Minister in der Regierung, oder?
Eric Thill: So etwas wurde ich noch nie gefragt. Ich achte aber immer darauf, wie ich angezogen bin. Als Kulturminister erlaube ich mir aber, mich manchmal vielleicht etwas sportlicher anzuziehen oder einen Anzug zu tragen, der nicht Grau, Blau oder Schwarz ist. Man sollte die Menschen nicht über ihre Kleidung definieren oder beurteilen, aber wenn man ein solches Mandat hat, dann sollte man ruhig ein bisschen darauf achten, was man anzieht und wie man es trägt. Und man sollte morgens einmal in den Spiegel schauen, bevor man aus dem Haus geht...